Note: had a link for this article but it died. Source for this article is/was a local paper in Düsseldorf. I think it was the “Rheinische Post”.
A Synopsis of Blush in English is available here.
Gesellschaftsdrama “Erröten” zu Gast im Theatermuseum
Das Gesellschaftsdrama “Erröten” von Thomas Stough in der Inszenierung von Wladimir Matuchin wird vom 22. bis 25. April im Düsseldorfer Theatermuseum, Jägerhofstraße 1, auf der hauseigenen Studiobühne gezeigt. Die Aufführung mit Johannes Schwab, Beate Söhngen, Natalie Trojca und Wolf Gericke beginnt um 20 Uhr, am 24. April um 21 Uhr. Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt fünf Euro. Reservierungen sind möglich unter Telefon 0211/89-94660 oder 89-96130.
Die beißende, provokative Zeitkritik in “Erröten” nimmt die Geschäftswelt von morgen vorweg: Frauen sind längst die emsigeren Manager, zielgerichtet, nüchtern, kühl. Die Männer haben das Nachsehen und entdecken inmitten beruflicher Verunsicherung ihrer Gefühle neu. Sie werden – ob sie wollen oder nicht – feminisiert.
Erröten ist eine deutsch-russisch-amerikanische Co-Produktion. Für den Autor steht das Stück in der Tradition des Autoren-Theaters, ist aber mehr: “Etwas, was es auf deutschen Bühnen so nicht gibt. Ich bin müde vom Theaterapparat in Deutschland, der sich vornehmlich selbst inszeniert und zitiert und dem dabei die Geschichten abhanden kommen.” Das Stück übt auch Konsumkritik und das thematisiert das Chaos materieller Ersatzbefriedung – ein Blick in die reale Geschäftswelt von morgen mit ihren ebenso emotionslosen wie emotionalisierten Akteuren.
Zur Person von Thomas Stough:
Thomas Stough wurde in Maryland, USA geboren. Seine Mutter ist Deutsche, der Vater Amerikaner. Nach seinem Highschool-Abschluss im Jahr 1982 besuchte er zunächst das Salisbury State College, bevor er an der University of Maryland Englisch und Deutsch studierte. 1990 übersiedelt er nach Deutschland. Mit 22 Jahren beginnt er Dialoge und Theaterstücke zu schreiben. In der Saison 1992/93 werden in der Düsseldorfer JuTA (Junges Theater in der Altstadt) zwei seiner Stücke (Birdgames und Flight to Dodo) uraufgeführt. Von 1994 bis 2001 arbeitet er zugleich als “Information Specialist” und Projektmanager für Unternehmen wie McKinsey & Compay und die Software AG. Nach 1994 beginnt Stough Erzählungen zu schreiben und hat seither drei Romane fertiggestellt, ein vierte ist in Planung. Seine schriftstellerische Arbeit ist unter anderem beeinflusst durch die Werke von Sam Shepard, Samuel Beckett, Virginia Wolf, James Joyce, Charles Bukowski oder Tennesse Williams. 2003 begannen die Arbeiten an dem Bühnenstück Blush (Erröten). Im Juli 2004 wird seine neues Stück The Good Criminal (Der gute Kriminelle) im Theatermuseum uraufgeführt.
Zum Inhalt des Stückes:
Sandra steht als Managerin ihren Mann. Sie will, dass Harry es ihr besorgt. Pünktlich, im Takt des Weckers. Weil Sandra so gut ist, gerät sie in die Klauen zweier Headhunter. Als smarte Vertreter der New-Old Economy ziehen sie die Fäden in dem nun folgenden Spiel: Sandra feiert ihr globalisiertes Ego auf dem Höhepunkt einer Aktionärsversammlung, während Harry mit seiner Schames- und Blutröte kämpft. Ein unscheinbarer Klempner wird dabei zur Projektionsfläche von schnellem Glück und persönlichem Drama.
(wot)
20. April 2004




